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2025 Tirol Kliniken - Neubau West
2. Phase beim EU-offenen Realisierungswettbewerb
Mit dem Entwurf für den 2-phasigen Wettbewerb des Neubaus West der Tirol Kliniken in Innsbruck soll eine selbstbewusste, freundliche und lichtreflektierenden Architektur inmitten eines innerstädtischen Bau-Blocks geschaffen werden. Geplant wurde eine identitätsstiftende Gestalt schaffen, die dem heterogenen baulichen Umfeld „Halt“ bietet und mit seiner beruhigenden und homogenisierenden Freiraumgestaltung dasBlock-Innere im Sinne eines Campus „ordnet“. Der so entstehende 10-geschossige Riegel ermöglicht eine mittige Haupterschließung von Süden (Seiteneingang und Ambulanz-Einfahrt) und Norden (Haupteingang). Dies bedeutet innen wie auch außen kurze Wege und leichte Orientierung, die sich innen in erster Linie am sinnfällig belichteten und künstlerisch gestalteten Vertikal-Kern festmacht. Auf der Südseite sind die oberen 4 Geschossen eingerückt (Maximierung direkter Lichteinfall und Reflexion Süd-Licht zur Nordfassade KHZ), auf der Nordseite die unteren 4 Geschosse (Maximierung Campus-Zone mit Haupteingang). Daraus ergibt sich in den oberen Geschossen nach Norden eineArt „Schaufenster“ zur Nordkette, hinter denen sich die Pflegezimmer befinden. Im Inneren sollen die gestalterischen Absichten „gesundheitsfreundlich“ und weniger technisch-steril wirken, die Pflegebereiche von der grandiosen Bergkulisse profitieren und die an Nord- und Südfassade angeordneten, als „Outdoor-Bereiche“ konzipierten
Dachterrassen mit Deck-Chairs den Aufenthalt an der frischen Luft „über der Stadt“ermöglichen.
Die Positionierung des bewusst ruhig gehaltenen, gleichwohl „starken“ Bau-Gestalt erfolgt unter gleichermaßen funktionalen wie stadträumlichen und gestalterischen Aspekten. Sie ermöglicht alle unter- und oberirdischen Verknüpfungen zu den umgebenden Gebäuden in einfacher Weise, ohne an jeglicher Stelle „erzwungen“ zu wirken. Im 2. Obergeschoss ist der Neubau über 2 Brücken direkt mit der Magistrale beim KHZ (Südseite) und der Blutbank (Nordseite) verbunden.
Der Gedanke einer selbstbewussten, freundlichen und lichtreflektierenden Architektur wird mit einer hellen, wie „gewebt“ wirkenden vorgehängten Element-Fassade vorschlagen. Der Gedanke eines gewobenen „Netzes“ darf dabei durchaus unterschiedliche Interpretationen bzw. Wahrnehmungen zulassen, z.B. eine fast „textil-durchlässige“, flexibel anmutende Außenhaut oder einer Art „Zusammenhalt“ oder „Zusammenarbeit“ zweier Elemente (technisch: „Kett- und Schussband“) usw.
Durch die Rücksprünge des Baukörpers über die Längsseiten werden diese derart gestaffelt, dass keine übermäßig hohen Fassaden den Campus „erschlagen“. Die Schaffung des o.g. „von innen nach außen schauenden“ Schaufensters“ darf nicht nur real, sondern auch in gestalterischer Artikulation eine Verbindung vom Krankenbett (oder besser: „Gesundungsbett“) zur Natur (Nordkette) herstellen. Zu diesen beiden Fassadenthemen „Gewebe“ und „Schaufenster“ gesellt sich bei den beiden Fassaden-Rücksprüngen auf Nord- und Südseite eine aus Natur-Motiven künstlerisch gestaltete Fassaden-Idee, die mit ihren freundlichen Farben und dem hohen Lichtreflexions-Grad eine Dosis Heiterkeit in den Campus abstrahlen soll.
Der Nachhaltigkeitsaspekt geht unter anderem einher mit der Auswahl weitestgehend natürlicher Oberflächen-Materialien und sinnvoll eingesetzter Bepflanzung (Mikro-Klima), was in direktem Zusammenhang mit einer lebens-freundlichen Gestaltung und Ausstrahlung steht, für Atmosphäre und Gesundung eine Art „Grundlage“ darstellt. Aber auch bei den „verborgenen“ Eigenschaften des Tragwerkes wird mittels einer Hybrid-Bauweise (z.B. ab dem 5. OG) aus Holz- und Stahl- bzw. Auf-Beton einen weitergehenden Einsatz Ressource-schonender Materialien aus der regionalen Umgebung angedacht. Flachdächer werden mittels Anordnung von Grünflächen gleichermaßen für Personal, Patienten und Besucher nutzbar gemacht, die größere Dachfläche beim obersten Gebäude-Abschluss erhält eine flach geneigte PV-Anlage. Maximale Ausnutzung von Tageslicht über Oberlichter (attraktive Lage des Speise-Saals für Bedienstete „über der Stadt“) und große Fassadenöffnung bei den Pflege-Bereichen dient der Gesundung und der Reduktion von künstlichem Licht.